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„Wie funktioniert eigentlich das Internet?“

von Nicole Kuhr und Janine Noack

Schulen müssen sich den Herausforderungen einer digitalisierten Welt stellen. Das heißt Unterricht muss angepasst und die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Der Beirat “Junge Digitale Wirtschaft” will mehr digitale Inhalte in den Unterricht bringen und startet dafür ein Pilotprojekt. Experten aus dem IT-Bereich sollen gemeinsam mit Schüler*innen und dem Lehrpersonal digitale Projekte an Schulen umsetzen. Einen ersten Pilotversuch initiieren wir gerade mit dem Gymnasium Glienicke.

Projektstart „Digitaler Stadtführer“

Der 12.06.2015 war der Startschuss für das Co-Teaching Projekt “Digitaler Stadtführer” in Berlin. Gemeinsam mit Schüler*innen der 7. Klasse des Gymnasiums Glienicke entwickeln wir (Henning Tillmann, Nicole Kuhr und Janine Noack) einen Digitalen Stadtführer für die Stadt und vermitteln Grundkenntnisse über die Funktionalität des Internets, die Erstellung eines WordPress-Blogs und die Aufbereitung von Text-, Video-, und Audiocontent für den Blog selbst. Das fertige Produkt soll dann mit einer gemeinsam erarbeiteten Social-Media-Strategie beworben werden. Die inhaltliche Grundlage bilden vielseitige, interdisziplinäre Recherchen zum Ort Glienicke. Besucher der Stadt können dann über ihr Smartphone, Tablet oder PC auf die Seite zugreifen. Die Text-und Autoinhalte sind über QR-Codes verlinkt, die in der Stadt verteilt werden. Einige Vertreter der Gemeinde, u.a. Herr Dr. Oberlack als Bürgermeister, unterstützen das Projekt aktiv.

IMG_0173Den Startschuss bildete ein Projekttag bei nugg.ad in Berlin. Ziel war es in einer ersten Einführung die technischen Grundlagen von WordPress zu vermitteln und didaktisch sinnvoll die Funktionalität des Internet zu erklären. In der Schul-Projektwoche Anfang Juli werden die Schüler*innen diese Kenntnisse nutzen um ihre eigene WordPress-Seite zu bauen. Der erste Projekttag fand nicht in der Schule, sondern in einem Unternehmen statt, um den Schüler*innen einen Einblick in die tatsächliche Praxis von Unternehmen zu geben, die mit dem Internet arbeiten. 

Nach einer eher theoretischen Beschäftigung mit der Funktionalität des Internets, war der zweite Teil des Tages praktisch angelegt. Nach einer Einführung in die Grundlagen von WordPress, konnten die Schüler anhand selbst gewählter Themen und auf Basis ihrer eigenen Homepage nach dem Motto „learning by doing“ verschiedene Gestaltungstechniken testen. Wir standen während dieser Phase mit Rat und Tat zur Seite. Kleine Zwischenpräsentationen zeigten die schnellen Fortschritte der Schüler*innen, die zum großen Teil das erste Mal mit WordPress arbeiteten.

Mit diesem Projekttag ist ein weiterer Schritt hin zur eigentlichen Web-Seite zum „Digitalen Stadtführer Glienicke“ getan. Die Schüler arbeiten nun parallel weiter an ihren inhaltlichen Aufgaben und vertiefen selbstständig ihre WordPress-Kenntnisse, damit in der Projektwoche alle Fäden zusammenlaufen und ein Gesamtergebnis entstehen kann.

Wir werden aktiv von der Projektwoche berichten, unsere didaktische Konzepte veröffentlichen und hoffen, derartige Projekte auch in Zukunft an anderen Schulen durchzuführen.

Kommentar von Nicole:

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Sowohl für die Schüler als auch für mich als Lehrkraft bieten sich mit diesem Projekt ungeahnte Möglichkeiten und Einblicke, die neue und gewinnbringende Denkprozesse und Anstöße für den Unterricht liefern. Schule wird digital.

Hinsichtlich der Anforderungen, die an einen Studienanfänger gestellt werden, ist dies nahezu ein Muss. Angehende Studierende sollten nicht nur mit einer gewissen fachlichen, sondern auch methodischen Kompetenz ins echte Leben treten. Je besser man hinsichtlich Letzterer heute ausgebildet ist, desto leichter gelingt der Start in die akademische Laufbahn. Neben den klassischen Kompetenzen, sich mit Texten konstruktiv und in seiner Arbeitsweise logisch auseinanderzusetzen, stehen heute auch die digitalen Fähigkeiten im Fokus. Kenntnisse in Word und Excel zählen da noch zu den grundlegendsten Voraussetzungen. Wer sich allein als studentische Hilfskraft neben dem Studium etwas dazuverdienen möchte, muss diese Qualifikationen mitbringen. Doch wann sollen sich die Schüler auf solche Erwartungen vorbereiten? Die Antwort liegt nahe: in der Schule.

Informatikunterricht wird heute allerdings nicht schon ab dem Übergang zur Sekundarstufe eins gelehrt. Häufig haben die Schüler erst im Alter von 15 bis 16 Jahren die erste Begegnung mit Informatik in der Schule. Viel zu spät!

Haben die Schüler sich bis dahin nicht bereits in Eigenregie bestimmte Kenntnisse angeeignet bzw. wurden durch die Eltern an gewissen Inhalte herangeführt, fällt etwa zwei Jahre vor dem Abitur der Startschuss für Lerninhalte, die doch im folgenden Studium von solcher Wichtigkeit sein sollen.

Längst lastet die mediale Ausbildung jedoch nicht allein auf den Schultern des Informatikunterrichtes. Auch alle anderen Fächer befinden sich in einer Art Medienrevolution. Schulbuchverlage erweitern die Möglichkeiten hinsichtlich medialer Vernetzung und papierfreier Unterrichtsgestaltung. Der OHP gilt mittlerweile als oldschool und setzt in den Katakomben der Schulen Staub an.

Es ist nicht zu leugnen, dass Unterrichtsassistenten wie Smartboards eine durchaus motivierende Wirkung auf Schüler haben und den Unterricht anschaulicher werden lassen. Doch nicht jeder Kollege reagiert auf diese mediale Entwicklung mit Wohlwollen. Es fehlt die Ausbildung im Umgang mit solchen Geräten. Selbst innerhalb des Referendariats werden die Kompetenzen im Umgang mit Medien nur wenig geschult. So nehmen auch wir Lehrer es mit dem Motto „learning by doing“. Man folgt dem eigenen Anspruch, guten Unterricht machen zu wollen und am Puls der Zeit zu agieren. Die strukturellen Voraussetzungen bezüglich Ausbildung und Ausstattung sind jedoch zu erweitern.

Eindrücke vom Projekttag bei nugg.ad

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